Aus dem Schulalltag
Manfred Grimme
Das Künstlerische Aufbaujahr an der Max-Keller-Schule
Mit Beginn des Schuljahres 2008/2009 wurde in unserer BfM eine Neuerung eingeführt, die als Schulversuch stattfinden sollte: das sogenannte „Künstlerische Aufbaujahr“. Nebst den üblichen Fächern, die im Zuge dieses Ausbildungsjahres unterrichtet werden, sieht der Fächerkanon das vierstündige Fach „Wissenschaftliches Arbeiten“ vor, mit dem mein Kollege Uwe Markert und ich betraut wurden.
Nachdem wir uns zusammen gesetzt und grob die Themenbereiche aufgeteilt hatten, stürzten wir uns in die Unterrichtsvorbereitung und erarbeiteten ein Konzept.
Basiswissen verkörperte die Exzerpierung des Standardwerkes von Nicole Schwindt-Gross mit dem Titel „Musikwissenschaftliches Arbeiten“. Darüber hinaus kamen zum Einsatz das Sichten, Lesen (alte Schlüssel), Einordnen und Bewerten von alten Quellen (Vergleich von Neumenhandschriften, Restitution etc. ) sowie Besprechen der Standardquellen der historischen Aufführungspraxis ( Carl Philipp Emanuel Bach, J. J. Quantz, Leopold Mozart, Michael Praetorius, J. G. Walther, J. Mattheson usw. ).
Da es noch keinen verbindlichen Lehrplan gibt, besteht relativ freie Hand in der Auswahl der Themenschwerpunkte, die ich versucht habe auf die Hauptfächer der teilnehmenden Schüler abzustimmen. Von Legomonismen über Zirkularatem, Walgesang (Dialekte, komplexe Kommunikationsmuster) Vogelgesang (Querverbindung zur Musik O. Messiaens), akustische Probleme (Stimmungen, Differenz- und Obertöne, Akustikingenieure bei Autofirmen, Bauchredner), Pfeifsprache (der Gomeras), Numerologie und Musik, Proportionsgesetze bis zum großen, für einen Musiker meiner Meinung nach unabdingbaren Schwerpunktthema „Zeit und Rhythmus“ (von der Atomsekunde bis zu den Apsidenbewegungen) erstreckte sich die Arbeit.
Zahlreiche Referate der Schüler sowie einige Exkursionen bereicherten den Unterricht und eine abschließende größere schriftliche Arbeit beendete ein Jahr voller Neuerungen und Experimente…..
Musik als Therapie: Gewinn für die Kinder
Max-Keller-Schule und Pestalozzi-Einrichtungen kooperieren weiter. Stephan Hölzlwimmer (Bericht im Alt- Neuöttinger Anzeiger)
Alt/Neuötting. Beiden Seiten ist bestens gedient – und so geht die Kooperation der Berufsfachschule für Musik in Altötting einerseits sowie des Pestalozzi-Kindergartens und der Pestalozzi-Schule in Neuötting andererseits weiter. Dass sie kommendes Jahr fortgesetzt wird, haben die Verantwortlichen bei einem Treffen beschlossen, bei dem sie das abgelaufene Schuljahr bilanzierten.
Kinder mit besonderem pädagogischen Förderbedarf sind es, die an den Pestalozzi-Einrichtungen betreut werden. Dass die Besuche, welche die Vier- bis Sechsjährigen aus der schulvorbereitenden Einrichtung einmal wöchentlich zur BfM führen, fruchten, davon ist Elisabeth Promberger überzeugt. Dass die Musik „ein sehr gutes therapeutisches Mittel“ ist – diese Erkenntnis habe sich in den bisher vier Jahren der Kooperation mit Schülern der BfM immer wieder bestätigt. So etwa, wenn Kinder mit Ängsten und geringem Selbstwertgefühl beim Dirigieren förmlich aufblühten, wenn plötzlich alle ihren Anweisungen folgten. Weil Musik auch Verkrampfungen und Blockaden löse, sei sie auch bei anderen Diagnosen ein probates Mittel. Einen „ungeheueren Gewinn für unsere Kinder“ nennt Elisabeth Promberger daher die Kooperation mit der Berufsfachschule für Musik. Dass diese nun in ihr fünftes Jahr geht, sei daher ganz in ihrem Sinn.
Ähnlich gut fällt Hildegard Gänstallers Resümee für die Diagnose- und Förderklasse aus. Die Kinder würden auf ein höheres Level gebracht, einige sogar grundschulfähig gemacht, sagt sie – und sieht noch viele Möglichkeiten zum Ausbau der Zusammenarbeit, deren erstes Jahr nun zu Ende gegangen ist und die ebenfalls fortgesetzt wird.
Für die BfM bewertet Schulleiter Anselm Ebner das Projekt, das anfangs nicht ganz ohne Sorge betrachtet worden sei, als „überaus positiv“. Nun sei man stolz auf das Angebot, das zudem eine gute Übung für die Schüler im Fach Musikalische Früherziehung sei sowie später als freiwillige Ergänzung zum Pflichtunterricht mit Schwerpunkt Sonderpädagogik.